Mediation

Mediation und Konfliktberatung für Initiativen

Konflikte können als Antrieb von Gruppenprozessen ein wertvoller Bestandteil zwischenmenschlicher Beziehungen sein. Konflikte eröffnen kommunikative Räume, in denen Menschen in Kontakt und in Verhandlung miteinander treten, in denen sie sowohl unterschiedliche als auch gemeinsame Interessen erkennen, diese ausdrücken und auch öffentlich vertreten lernen.

Konflikte können Impulse setzen für Prozesse der Selbstermächtigung, des Bildens von (Interessens-)gemeinschaften und der Selbstorganisation von Zivilgesellschaft als höchster Form der Partizipation.[1] Ein langfristiges Gelingen solcher Organisationsprozesse von Gruppen steht und fällt jedoch mit einem verantwortungsvollen Umgang mit internen Konflikten.

Seid ihr eine Gruppe von engagierten Mieter*innen und/oder wollt erst noch eine Initiative starten, um euch gemeinsam für eure Rechte einzusetzen?  

Sich komplexen Themen als Gruppe zu widmen, kann innerhalb der Gruppe zu Unstimmigkeiten und Konflikten führen. Gerade im Kontext zivilgesellschaftlichen Engagements scheitern Gruppen häufig an internen Meinungsverschiedenheiten zu Zielen, Arbeitsteilung oder Umgangsformen. Vielleicht habt ihr auch schon vor der Frage gestanden:  

Wie können wir, wenn wir interne Meinungsverschiedenheiten haben, miteinander umgehen, um weiterhin eine gemeinsame Idee zu verfolgen?  

Ein gegenseitiger wertschätzender Umgang der Aktiven miteinander ist besonders wichtig, um gemeinsam auch langfristig nach innen und außen gestärkt zu sein.  

Wie können wir euch unterstützen? 

Als Mediator*innen möchten wir euch dabei unterstützen, eure jeweiligen Anliegen und Bedürfnisse auch in Konfliktsituationen in der Gruppe gegenseitig hörbar und damit besprechbar zu machen. Dies kann zu einem gemeinsamen Verständnis führen, dass es euch ermöglicht, trotz unterschiedlicher Meinungen wertschätzend miteinander zu sprechen und Ziele konstruktiv gemeinsam weiterzuverfolgen. 

Die wichtigste Voraussetzung für jede Mediation: Alle in die Mediation involvierten Menschen nehmen freiwillig teil. Skepsis am Mediationsprozess ist dabei kein Ausschlusskriterium – was zählt, ist die grundsätzliche Bereitschaft und das Interesse, gemeinsam mit der Gruppe zu einer Lösung in Bezug auf den Konflikt oder die Konflikte zu kommen. 

Wer sind wir?  

Wir sind ein Kollektiv von ausgebildeten Mediator*innen. Wir sind teils selbst in Initiativen aktiv und beschäftigen uns alle beruflich und/oder privat mit der Gestaltung von Prozessen zur Förderung von demokratischer Teilhabe. Daher sind wir mit den besonderen Bedürfnissen und Herausforderungen bei Konfliktberatung für politisch aktive Menschen und Gruppen vertraut.  

Uns verbinden der Glaube an die Notwendigkeit und Wirksamkeit einer gut organisierten Zivilgesellschaft sowie der Wunsch, aktive Mieter*innen-Initiativen zu unterstützen. 

Wie kann eine Mediation ablaufen? 

Wir mediieren Gruppen immer mindestens zu zweit. Zunächst führen wir ein telefonisches Vorgespräch mit einer Vertreterin oder einem Vertreter von euch, in dem wir und ihr herausfinden, ob und wie wir euch mit einer Mediation wirksam unterstützen können. Die anschließende Mediation bieten wir für Gruppen im Kontext zivilgesellschaftlichen Engagements gegen freiwillige Spende an. Die Anzahl der notwendigen Termine variiert je nach Art des Konflikts. 

Unser Mediator*innen-Kollektiv 

Lea Baumbach – lebt in Berlin. Begleitet Gruppenprozesse und Beteiligungsverfahren. Ob Teams in NGOs oder selbstorganisierte Bürgerinitiativen, Lea unterstützt Gruppen und Aktive dabei, ihre Ziele zu formulieren und sich zu organisieren. Sie ist Moderatorin, Mediatorin und Umweltwissenschaftlerin.  
Als Stadtimkerin ist sie außerdem in einem Gemeinschaftsgarten in Berlin-Gesundbrunnen aktiv. 

Juliette Brungs – ist Berlinerin, hat in den USA promoviert und arbeitet für eine Berliner NGO. Juliette ist politische Bildnerin, Beraterin, Betzavta-Trainerin und Mediatorin. Partizipative und demokratische Kiezprozesse und die Durchführung von Workshops und Seminaren zu aktuellen politischen Themen sind ihr Tagesgeschäft.  
http://umn.academia.edu/JulietteBrungs 

Julia Förster – ist Berlinerin, Sozialwissenschaftlerin, Mediatorin und Moderatorin. 
Sie entwickelt und koordiniert Gemeinschaftsprojekte im Spannungsfeld von gemeinwohlorientierter Stadtentwicklung, Gemeinwesenarbeit und partizipativer Demokratie. Julia stellt ihre mediativen Kompetenzen vorzugsweise stadtpolitisch engagierten Menschen und Gruppen zur Verfügung.  
https://juliafoerster.net/ 

Pit Kunkel – lebt in Berlin und ist bundesweit viel unterwegs. Stärkt als ein Teil von „Orka – Organisierung & Kampagnen“ AktivistinInnen – überwiegend im gewerkschaftlichen Kontext – in ihrer Selbstorganisation und macht sie kampagnenfähig. Hat als Trainer & Erwachsenenbildner viel Erfahrung mit Gruppen. Coacht Privatpersonen sowie AktivistInnen und Menschen aus dem politischen Feld. Pit ist Organizer & Campaigner, systemischer Coach und ausgebildeter Mediator. 
https://orka-web.de 
http://www.wellenreiten-coaching-berlin.de/ 

 

[1] In Anlehnung an Sherry Arnsteins Aufsatz „A Ladder of participation“ (1969). Download: Sherry R. Arnstein. A Ladder of Citizen Participation. In: JAPA, Vol. 35, Nr. 4, Juli 1969, S. 216-224.